Welche Natursteinarten gibt es? Die große Übersicht für Garten, Terrasse und Wege
Einleitung
Naturstein gehört zu den langlebigsten und vielseitigsten Baumaterialien überhaupt. Ob moderne Terrasse, natürlicher Gartenweg, elegante Einfahrt oder gemütlicher Sitzplatz – nahezu jedes Projekt lässt sich mit dem passenden Naturstein umsetzen. Doch gerade Einsteiger stehen häufig vor derselben Frage: Welche Natursteinarten gibt es eigentlich und worin unterscheiden sie sich?
Jede Gesteinsart besitzt ihre eigenen Eigenschaften hinsichtlich Farbe, Oberfläche, Härte, Frostbeständigkeit und Pflegeaufwand. Während einige Natursteine besonders robust für stark beanspruchte Flächen geeignet sind, überzeugen andere durch ihre außergewöhnliche Optik oder ihre natürliche Struktur.
In diesem Ratgeber erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Natursteinarten. Sie erfahren, welche Vorteile die einzelnen Materialien bieten, wo sie eingesetzt werden und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Grundlagen
Was versteht man unter Naturstein?
Naturstein entsteht über Millionen von Jahren durch geologische Prozesse. Anders als Beton oder Keramik wird Naturstein nicht künstlich hergestellt, sondern direkt aus Steinbrüchen gewonnen und anschließend bearbeitet.
Jede Platte ist dadurch ein echtes Unikat. Unterschiede in Farbe, Maserung oder Struktur sind keine Fehler, sondern typische Merkmale eines natürlichen Materials.
Die wichtigsten Natursteinarten
Für Terrassen, Wege und Gartenanlagen kommen vor allem folgende Natursteine zum Einsatz:
- Quarzit
- Granit
- Basalt
- Schiefer
- Porphyr
- Grauwacke
- Sandstein
- Kalkstein
- Gneis
Jeder dieser Natursteine besitzt besondere Eigenschaften und eignet sich für unterschiedliche Einsatzbereiche.
Vorteile
Quarzit
Quarzit zählt zu den härtesten Natursteinen überhaupt. Durch seinen hohen Quarzanteil ist das Gestein besonders widerstandsfähig und langlebig.
Vorteile von Quarzit:
- extrem robust
- frostbeständig
- rutschhemmende Oberfläche
- sehr langlebig
- natürliche Farbvielfalt
- ideal für Terrassen und Gartenwege
Typische Farben:
- Grau
- Silber
- Beige
- Gold
- Anthrazit
- Bunt
Granit
Granit gehört zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Natursteinen. Er ist besonders hart, druckfest und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse.
Eigenschaften von Granit:
- sehr hohe Druckfestigkeit
- nahezu verschleißfrei
- pflegeleicht
- widerstandsfähig gegen Witterung
- moderne und zeitlose Optik
Geeignete Einsatzbereiche:
- Einfahrten
- Terrassen
- Gehwege
- Treppen
Basalt
Basalt überzeugt durch seine dunkle, moderne Erscheinung. Das vulkanische Gestein besitzt eine sehr dichte Struktur und ist äußerst belastbar.
Vorteile von Basalt:
- elegante Optik
- extrem hart
- hohe Belastbarkeit
- geringe Wasseraufnahme
- sehr langlebig
Ideal geeignet für:
- moderne Architektur
- Einfahrten
- Wege
- Außenanlagen
Schiefer
Schiefer besitzt eine charakteristische natürliche Spaltoberfläche. Dadurch entstehen feine Schichten und Strukturen, die jede Platte einzigartig machen.
Besonderheiten von Schiefer:
- edle Struktur
- einzigartige Farbspiele
- rutschhemmende Oberfläche
- modernes Erscheinungsbild
Geeignet für:
- Terrassen
- Mauern
- Wandverkleidungen
- Gartenwege
Porphyr
Porphyr ist ein vulkanisches Gestein, das für seine rustikale und lebendige Optik bekannt ist. Je nach Herkunft treten rote, braune, graue oder violette Farbtöne auf.
Eigenschaften von Porphyr:
- außergewöhnlich robust
- sehr frostbeständig
- rustikale Optik
- natürliche Farbvariationen
Perfekt geeignet für:
- historische Anlagen
- Einfahrten
- Plätze
- Gartenwege
Grauwacke
Grauwacke wird besonders häufig für naturnahe Gartenanlagen und Wege verwendet. Das Gestein besitzt meist eine graue bis grünlich-braune Farbgebung und wirkt sehr harmonisch.
Vorteile von Grauwacke:
- natürliche Oberfläche
- sehr rutschfest
- harmonische Farbgebung
- hohe Widerstandsfähigkeit
Geeignet für:
- Trittplatten
- Gartenwege
- Terrassen
- Eingangsbereiche
Sandstein
Sandstein wirkt warm, freundlich und häufig mediterran. Seine natürlichen Beige-, Gelb-, Rot- und Brauntöne eignen sich besonders gut für gemütliche Gartenbereiche.
Eigenschaften von Sandstein:
- angenehme Haptik
- natürliche und warme Farben
- vergleichsweise leicht zu bearbeiten
- harmonische Wirkung
Ideal geeignet für:
- Terrassen
- Mauern
- Gartenanlagen
- Sitzplätze
Kalkstein
Kalkstein wirkt besonders elegant und hochwertig. Viele Kalksteine besitzen eine helle und gleichmäßige Farbgebung, die gut zu moderner oder mediterraner Architektur passt.
Eigenschaften von Kalkstein:
- helle und freundliche Farben
- hochwertige Optik
- angenehm barfuß begehbar
- ruhige Oberflächenwirkung
Vor allem geeignet für:
- Terrassen
- Innenhöfe
- mediterrane Gartengestaltungen
- geschützte Außenbereiche
Gneis
Gneis ähnelt Granit, besitzt jedoch häufig eine deutlich sichtbare Bänderung. Diese entsteht durch die besondere mineralische Zusammensetzung und verleiht dem Stein seine markante Optik.
Vorteile von Gneis:
- hohe Festigkeit
- frostbeständig
- außergewöhnliche Struktur
- sehr langlebig
Schritt-für-Schritt
So finden Sie die richtige Natursteinart
1. Einsatzbereich bestimmen
Überlegen Sie zunächst, wo der Naturstein eingesetzt werden soll. Der geplante Einsatzbereich entscheidet darüber, welche Materialeigenschaften besonders wichtig sind.
Mögliche Einsatzbereiche:
- Terrasse
- Gartenweg
- Einfahrt
- Poolbereich
- Treppe
- Sitzplatz
- Hauseingang
- Natursteinmauer
2. Belastung berücksichtigen
Nicht jeder Naturstein eignet sich für hohe Verkehrsbelastungen. Eine ausschließlich begehbare Fläche stellt andere Anforderungen an das Material als eine Einfahrt, die regelmäßig mit einem Fahrzeug befahren wird.
Für Einfahrten empfehlen sich besonders:
- Granit
- Basalt
- Porphyr
Für Terrassen eignen sich hervorragend:
- Quarzit
- Grauwacke
- Schiefer
- Granit
3. Farbe auswählen
Naturstein ist in zahlreichen Farbtönen erhältlich. Die Farbwahl beeinflusst die gesamte Wirkung des Gartens und sollte auf das Haus, die Fassade sowie die vorhandene Bepflanzung abgestimmt werden.
Typische Natursteinfarben:
- Hellgrau
- Dunkelgrau
- Anthrazit
- Beige
- Gold
- Braun
- Rot
- Schwarz
- Grünlich
- Mehrfarbig
4. Oberfläche beachten
Je nach Gesteinsart und Bearbeitung entstehen unterschiedliche Oberflächen. Diese beeinflussen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Rutschfestigkeit und den Pflegeaufwand.
Typische Oberflächenbearbeitungen:
- spaltrau
- gesägt
- geflammt
- gebürstet
- sandgestrahlt
- geschliffen
Für Außenbereiche sind rutschhemmende und strukturierte Oberflächen besonders empfehlenswert. Glatte oder polierte Oberflächen können bei Nässe rutschig werden und sollten daher nur gezielt eingesetzt werden.
5. Pflegeaufwand vergleichen
Manche Natursteine benötigen kaum Pflege, während andere von einer regelmäßigen Imprägnierung profitieren. Besonders offenporige Gesteine können schneller Feuchtigkeit und Verschmutzungen aufnehmen.
Vor dem Kauf sollte daher geprüft werden, ob der gewählte Stein eine besondere Reinigung, Imprägnierung oder regelmäßige Wartung benötigt.
6. Format und Verlegeart wählen
Naturstein ist in unterschiedlichen Formen erhältlich. Polygonalplatten wirken rustikal und natürlich, während Formatplatten eine ruhigere und geradlinigere Fläche erzeugen.
Mögliche Produktformen:
- Polygonalplatten
- Bruchsteinplatten
- Formatplatten
- Trittplatten
- Pflastersteine
- Mauersteine
- Verblender
Häufige Fehler
Nur nach der Optik kaufen
Viele Bauherren entscheiden ausschließlich nach Farbe und Aussehen. Die Optik ist wichtig, sollte jedoch niemals das einzige Auswahlkriterium sein.
Ebenso wichtig sind:
- Frostbeständigkeit
- Belastbarkeit
- Rutschfestigkeit
- Wasseraufnahme
- Pflegeaufwand
Den Einsatzbereich unterschätzen
Ein Stein für die Terrasse eignet sich nicht automatisch für eine befahrbare Einfahrt. Auch eine dekorative Platte für einen Sitzplatz muss nicht zwingend den Belastungen einer Treppe oder eines Hauseingangs standhalten.
Keine Reserve bestellen
Naturstein sollte grundsätzlich mit einem zusätzlichen Materialbedarf kalkuliert werden. Beim Verlegen entstehen Zuschnitte, Bruchstücke und Anpassungen an Randbereiche.
Je nach Plattenform, Verlegemuster und Fläche empfiehlt sich ein Zuschlag von etwa 10 bis 20 Prozent.
Materialstärke falsch wählen
Eine zu geringe Materialstärke kann bei hoher Belastung zu Schäden führen. Besonders bei lose verlegten Platten, Einfahrten oder stark beanspruchten Wegen muss auf eine ausreichende Plattenstärke geachtet werden.
Ungeeigneten Untergrund verwenden
Selbst ein hochwertiger Naturstein kann Schaden nehmen, wenn der Untergrund nicht fachgerecht vorbereitet wurde. Staunässe, fehlende Verdichtung oder ein ungeeigneter Bettungsaufbau können zu Absenkungen, Frostschäden oder lockeren Platten führen.
Pflege unterschätzen
Obwohl Naturstein sehr langlebig ist, erhöht eine regelmäßige Reinigung und gelegentliche Imprägnierung die Lebensdauer zusätzlich. Besonders Laub, Erde, Moos und stehendes Wasser sollten nicht dauerhaft auf der Fläche verbleiben.
Pflege und Wartung
Naturstein ist grundsätzlich pflegeleicht. Die richtige Pflege hängt jedoch von der jeweiligen Gesteinsart, der Oberfläche und dem Einsatzbereich ab.
Regelmäßige Grundpflege
Empfohlen werden:
- regelmäßiges Kehren
- Reinigung mit klarem Wasser
- Verwendung pH-neutraler Natursteinreiniger
- Flecken möglichst zeitnah entfernen
- Laub und organische Ablagerungen regelmäßig beseitigen
Keine säurehaltigen Reiniger verwenden
Säurehaltige Reiniger können vor allem kalkhaltige Natursteine angreifen. Essigreiniger, aggressive Sanitärreiniger oder ungeeignete Zementschleierentferner sollten deshalb nicht ohne Prüfung verwendet werden.
Imprägnierung als zusätzlicher Schutz
Eine hochwertige Imprägnierung kann Naturstein vor Feuchtigkeit, Öl, Fett und anderen Verschmutzungen schützen. Sie bildet dabei keine sichtbare Lackschicht, sondern dringt in die Poren des Materials ein.
Ob eine Imprägnierung notwendig ist, hängt von der Gesteinsart und der Beanspruchung der Fläche ab.
Pflege im Winter
Im Winter sollten keine aggressiven Tausalze eingesetzt werden. Diese können einzelne Natursteinarten, Fugen und angrenzende Materialien langfristig schädigen.
Besser geeignet sind abstumpfende Streumittel wie Splitt oder geeigneter Sand. Schnee sollte regelmäßig entfernt werden, damit sich keine dauerhafte Eis- oder Feuchtigkeitsschicht bildet.
Passende Produkte
Je nach Projekt kommen unterschiedliche Natursteinprodukte infrage. Entscheidend sind die gewünschte Optik, die Belastung und die geplante Verlegeart.
Produkte für Terrassen
- Polygonalplatten
- Natursteinplatten
- Formatplatten
- Quarzitplatten
- Schieferplatten
Produkte für Gartenwege
- Bruchsteinplatten
- Trittplatten
- Polygonalplatten
- Grauwackeplatten
- Quarzitplatten
Produkte für Einfahrten
- Granitplatten
- Basaltplatten
- Porphyrplatten
- Natursteinpflaster
Produkte für Mauern
- Mauersteine
- Verblender
- Natursteinblöcke
- Bruchsteine
Passendes Zubehör
Ergänzend empfiehlt sich passendes Verlege- und Pflegezubehör:
- Verlegesplitt
- Drainagemörtel
- Haftschlämme
- Fugenmaterial
- Natursteinreiniger
- Natursteinimprägnierung
- Randbegrenzungen
FAQ
Welche Natursteinart ist die härteste?
Quarzit und Granit zählen zu den härtesten Natursteinen. Beide Materialien eignen sich sehr gut für stark beanspruchte Flächen, Terrassen, Wege und je nach Stärke auch für Einfahrten.
Welcher Naturstein eignet sich für Terrassen?
Quarzit, Grauwacke, Schiefer und Granit sind besonders beliebte Terrassensteine. Sie sind langlebig, optisch vielseitig und bei geeigneter Oberfläche rutschhemmend.
Welcher Naturstein ist pflegeleicht?
Granit und Basalt gelten als besonders pflegeleicht. Durch ihre dichte Struktur nehmen sie vergleichsweise wenig Wasser und Schmutz auf.
Welche Natursteinart wirkt besonders modern?
Basalt, dunkler Granit und anthrazitfarbener Schiefer werden häufig für moderne Architektur verwendet. Ihre ruhigen und dunklen Farbtöne passen besonders gut zu klaren Linien, Glas und Metall.
Welcher Naturstein passt in einen naturnahen Garten?
Grauwacke, Quarzit, Sandstein und unregelmäßige Bruchsteinplatten fügen sich durch ihre natürliche Struktur besonders harmonisch in Gartenlandschaften ein.
Sind Natursteine frostbeständig?
Viele hochwertige Natursteine für den Außenbereich sind frostbeständig. Dennoch sollte immer geprüft werden, ob die konkrete Gesteinsart und das angebotene Produkt ausdrücklich für den Außenbereich geeignet sind.
Warum unterscheiden sich Natursteinplatten in Farbe und Struktur?
Naturstein ist ein natürlich entstandenes Material. Unterschiede in Farbe, Maserung, Oberfläche und Struktur gehören zum typischen Erscheinungsbild und machen jede Platte zu einem Unikat.
Welche Natursteinart eignet sich für eine Einfahrt?
Für Einfahrten eignen sich besonders harte und druckfeste Natursteine wie Granit, Basalt und Porphyr. Zusätzlich müssen Materialstärke, Unterbau und Verlegeart auf die Fahrzeugbelastung abgestimmt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Polygonalplatten und Formatplatten?
Polygonalplatten besitzen unregelmäßige Formen und erzeugen ein natürliches, lebendiges Verlegebild. Formatplatten werden in festen Maßen zugeschnitten und wirken geradliniger, moderner und ruhiger.
Muss Naturstein imprägniert werden?
Eine Imprägnierung ist nicht bei jeder Natursteinart zwingend notwendig. Sie kann jedoch vor Flecken, Feuchtigkeit und Verschmutzungen schützen und ist besonders bei offenporigen Gesteinen oder stark beanspruchten Flächen sinnvoll.
Fazit
Naturstein bietet für nahezu jedes Bau- und Gartenprojekt die passende Lösung. Ob robuster Quarzit für die Terrasse, belastbarer Granit für die Einfahrt, eleganter Schiefer für moderne Gestaltungen oder rustikale Grauwacke für natürliche Gartenwege – jede Natursteinart besitzt ihre eigenen Stärken.
Wer die Eigenschaften der verschiedenen Gesteinsarten kennt und den Stein passend zum Einsatzbereich auswählt, profitiert von einer langlebigen, pflegeleichten und optisch hochwertigen Lösung.
Entscheidend sind nicht nur Farbe und Struktur, sondern auch Frostbeständigkeit, Belastbarkeit, Rutschfestigkeit, Wasseraufnahme, Materialstärke und Pflegeaufwand. Mit der richtigen Auswahl, einem fachgerecht vorbereiteten Untergrund und passendem Zubehör schaffen Natursteine einzigartige Außenbereiche, die über viele Jahrzehnte hinweg ihre Schönheit und Funktionalität bewahren.